Gillo Dorfles

geb. 1910 in Triest - † 2018 in Mailand, Italien

Dem Künstler, Kunstkritiker, Autor und Philosophen Gillo Dorfles wird eine wichtige Rolle sowohl für die Entwicklung der konkreten Kunstbewegung als auch einer zeitgenössischen Kunstkritik zugeschrieben.

Dorfles wurde 1910 in Triest geboren, wohin er nach seiner Kindheit in Genua zurückkehrte, um Ende der 1930er Jahre ein Medizinstudium zu absolvieren. Nach dessen Abschluss begann Dorfles sich zunehmend der Kunstkritik und Essayistik  zu widmen. Als Gegenbewegung zum sich in Italien ausbreitenden Informel gründete er 1948 zusammen mit Soldati, Monnet und Munari das “Movimento Arte Concreta” (MAC), welches in engem Zusammenhang mit seinen theoretischen Überlegungen zu sehen ist. Bei der Konkreten Kunst stehen Farbe und Formen nicht stellvertretend oder symbolisch für etwas, sondern materialisieren auf vermeintlich objektive Weise das Geistige, das Nicht-Sichtbare. Anders als die dem MAC nahestehenden “Züricher Konkreten” wie Bill oder Lohse interpretierte Dorfles den Begriff des Konkreten dabei frei: Anstelle streng geometrischer Formen treten bei ihm amorphe Gebilde, die sich ohne bewusste Referenz aus reiner Farbe entwickeln. Der rein persönlichen Bildsprache, wie sie bis heute seine Werke bestimmt, wendete er sich mit Auflösung des MAC Ende der 1950er Jahre zu.

Seine Malerei wurde in den letzten Jahren mit zahlreichen Retrospektiven gewürdigt. Zu Dorfles’ bekanntesten theoretischen Veröffentlichungen gehören Bücher wie  „Der Kitsch“, „Ästhetik der Zwietracht“, „Im Labyrinth des Geschmacks“, „ Gute Industrieform und ihre Ästhetik“ oder „Aktuelle Trends der gegenwärtigen Kunst“. Sein jüngstes Buch „Gli artisti che ho incontrato“ (dt.“Die Künstler, die ich traf“ ) ist Ende 2015 erschienen. 

„Ich wollte schon immer ein Kunstmaler sein, mehr als alles andere, ohne an Erfolge, Ehrungen oder Gewinne zu denken, die die Kunst mit sich bringen kann. Es ist der Akt des Zeichnens und des Malens, der für mich  – seit meiner Kindheit – beinahe eine zwingende Notwendigkeit war. Es hat mich dazu geführt, die Seiten meiner Schulbücher mit Kritzeleien (oder waren dies wunderbare Erfindungen), das Holz der harten Schulbänke, oder im Sand Sommerstrände.“

G.Dorfles, „Autogistificazione“, in Gillo Dorfles. Metamorfosi, catalogo, Kurator L. Caramel, Fabbri, Milano, 1988, p. 25

2015
Km0, Innsbruck (Österreich)
Montrasio Arte Gallery, Monza und Mailand (Italien)

2014
Fondazione Marconi, Mailand (Italien)
Casa Raffaello, Urbino (Italien)

2013
Mesopica Contmporanea, Rovagnate (Italien)

2012
Spazio 28, San Bernandino (Schweiz)
Milano Art Gallery, Mailand (Italien)

2011
Biffi Arte moderna e Contemporanea, Piacenza (Italien)
Spazio Scultpure Art, Matera (Italien)
MART Museum, Rovereto (Italien)

2010
Palazzo Reale, Mailand (Italien)
Colossi Arte Contemporanea, Brescia (Italien)
M.A.X. Museum, Chiasso (Schweiz)

2007
Civil Museum Revoltella (Italien)
Modern Art Gallery, Triest (Italien)
Spazio Temporaneo, Mailand (Italien)

2006
Transarte Gallery, Rovereto (Italien)
Then Oratorio di Santa Cita Palermo (Italien)
Martano Gallery, Turin (Italien)

Kunstwerke

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