Spirit Of Color

Kuratiert von Daniela Ilieva

Mit Carlo Berté, Gillo Dorfles, Umberto Faini, Sandro Martini, Valentino Vago und Urs Bachsteffel präsentiert die Ausstellung „Spirit of Color“ ausgewählte Werke von sechs etablierten künstlerischen Positionen der Gegenwart, denen das Thema Farbe gemein ist.

Was ist Farbe? Wie kann Farbe eingesetzt werden? Und was kann sie wie transportieren?

Die sechs Künstler, die vorwiegend der heutigen italienischen Kulturlandschaft entstammen, die auf eine Jahrhunderte alte Tradition im Umgang und Einsatz von Farbe zurückblicken kann, pflegen ihren ganz eigenen Umgang mit dem Thema.

 

Gillo Dorfles, Artquisite

Gillo Dorfles

 

Gillo Dorfles entwickelte so ausgehend von einer Gegenbewegung zum italienischen Informel der 1950er Jahren seinen eigenen Ansatz zur „Konkreten Malerei“: Unter Berufung auf die Farbenlehre Goethes ersetzt er die strengen geometrischen Formen durch amorphe Gebilde, die ohne vorherige Referenz „aus der Farbe heraus“ entstehen und auf diese Weise ihre ganz eigene Konkretheit erlangen sollten. Seine bunten, auf diese Weise von surrealen Wesen bevölkerten Farbaufzeichnungen zielen bis heute auf das non-verbale visuelle wie rationelle Denken des Betrachters als archetypische Urform zum Menschen.

 

Umberto Faini, Artquisite
Umberto Faini

 

Umberto Faini beansprucht ebenso das Assoziations- und Denkvermögen seiner Betrachter, das seine in die Druckgraphik übersetzte Malerei als flüchtig gedachten Landschaftsbilder sichtbar machen soll. Das vorrangige Interesse liegt jedoch in einer künstlerischen Erforschung der Abhängigkeiten und Bedingungen von Farbe, Licht und Wahrnehmung, die dem Gedankengut des Impressionismus eines Monets oder vielmehr der Pointillisten nahezustehen scheinen.

 

Urs Bachsteffel, Artquisite
Urs Bachsteffel

 

Bei Urs Bachsteffel erhält die Farbe über impressionistische Anklänge hinaus ein seelisches Moment, wie man dies aus dem abstrakten Expressionismus eines Jackson Pollocks zu kennen vermag: Eine Art persönliches Schreiben übersetzt sie in ihre Schichtmalerei und zielt dabei auf Impressionen physischer und auch psychischer Präsenz.

Valentino Vago, Artquisite
Valentino Vago

 

Den physischen Moment als rohes Material erhält Farbe in einem weiteren Schritt jedoch erst bei Valentino Vago. Er malt seine Bilder ausschließlich mit den bloßen Händen. Seine „Suche nach dem Weg der Schönheit der Malerei zur Geburt zu verhelfen“ ist dadurch vor allem von einem körperlichen Umgang mit der Malerei geprägt.

Sandro Martini, Carlo Berte, Artquisite
Sandro Martini und Carlo Berté

 

Auch Carlo Berté konzentriert sich bei seinen Übermalungen bewusst auf physische Eigenschaften und Zufälle bei Farbauftrag und Malprozess, auf die er sich einlässt, um sie schließlich für seine Übersetzung des Themas der Katastrophe zu eigen zu machen.

Sandro Martini transportiert in seinen Arbeiten schließlich den absolutesten Ansatz: Der Einsatz von Farbe und Zeichnung bedeutet bei ihm vor allem die Malerei über ihre Grenzen hinaus zu bringen; von der Leinwandarbeit über Skulpturen und „work in progress“- Installationen bis hin zu neuartigen Freskentechniken denkt er seine abstrakten Gemälde von der Fläche in den Raum und dreht dabei um, was einmal vor Jahrhunderten am Anfang der Malerei stand – die perfekte illusionistische Übersetzung des Raumes in die Fläche mit Hilfe von Farbe.

Um es mit den Worten Theo van Doesburgs zusammenzufassen: „Die Malerei ist ein Mittel, um auf optische Weise den Gedanken zu verwirklichen. Jedes Bild ist ein Farbgedanke.“

Mit dieser  virtuellen Ausstellung wird ein erster Blick auf das Programm von Artquisite gegeben, welches sich mit kuratierten Präsentationen weiteren ausgewählten Themenfeldern und Kunstlandschaften widmen wird.

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